Arbeitsgemeinschaft 2000
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Günter Burkhardt Frankfurt/M. |
Dr. Jürgen Micksch Darmstadt
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| Geschäftsführer hier beim 10-jährigen PRO ASYL-Jubiläum in Tutzing |
Vorsitzender stärkt sich in einer Konferenzpause |
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(family homepage)
Pfarrer, Jahrgang 1932 war 8 Jahre Sprecher von PRO ASYL
und anschliessend vier Jahre Europareferent. Ist jetzt Webmaster von PRO ASYL.
Mitarbeiterin von Herbert Leuninger
im Limburger Büro (1998:Silbernes Dienstjubiläum)
Rita Leder
23 Jahre für Migranten und Flüchtlinge gearbeitet
Am 31. Juli 1973 endete für
Rita Leder die Zeit, in der sie sich ausschließlich ihrer Familie mit zwei Kindern widmen
wollte. Sie nahm wieder eine Berufstätigkeit auf als Sekretärin im Hofheimer Büro des
Referenten für Mitbürger und Gemeinden anderer Muttersprache, Pfr. Herbert Leuninger.
Diese Stelle war eine Einrichtung der Bischöflichen Verwaltung von Limburg. Da die meisten
nichtdeutschen Mitglieder des Kirchengebiets in Frankfurt und Wiesbaden lebten, war dieses
Büro eine gleichsam an die Peripherie Frankfurts vorgeschobene Stelle des Limburger
Bischofs.
Gleichzeitig fungierte das Büro auch als Sekretariat des „Initiativausschusses
Ausländische Mitbürger in Hessen“ einer ursprüngliche kirchlichen Gründung. Langjähriger
Vorsitzender dieses Ausschusses war der evgl. Kollege von Leuninger Detlef
Lüderwaldt.
Wichtigste Aufgabe dieser Stelle war die Koordination der zwanzig italienischen,
spanischen und kroatischen Gemeinden, aber auch der portugiesischen, slowenischen,
polnischen und der englisch- wie der französischsprachigen Gemeinden. Besondere
Aufgaben erwuchsen Ritat Leder auch daraus, daß diese Gemeinden einen demokratisch
gewählten Rat bildeten und auf die Erledigung aller entsprechenden schriftlichen Arbeiten
angewiesen waren.
Von Hofheim aus wurde immer auch schon eine politische Arbeit
betrieben, die sich für die gleichberechtigte Teilhabe der eingewanderten nichtdeutschen
Familien ( die Bezeichungen „Ausländer“ war in diesem Büro eigentlich verpönt)
und für das kommunale Wahlrecht einzusetzen.
Als Leuninger 1986 Sprecher der
Menschenrechtsorganisation PRO ASYL wurde, änderte sich auch die Anforderungen an
Rita Leder, die mittlerweile längst halbtags tätig war.
Jetzt galt es jährlich Hunderte Medienkontakte zu arrangieren, die Presseerklärungen zu
verbreiten und ungezählte Anrufe aus der ganzen Bundesrepublik entgegenzunehmen. Es
kam aber auch die Zeit erhöhter Fremdenfeindlichkeit und der Angriffe und Drohungen auf
Haus und Büro in Hofheim. Das Büro galt als besonders gefährdet und stand zeitweise unter
polizeilichem Schutz. Das hat Rita Leder in ihrem Engagement nicht beeinträchtigt.
Schließlich wurde sie sogar nach Limburg gerufen, um sich auf die Öffnung der Briefpost bei
Gefährdung durch Briefbomben einzustellen.
Rita Leder hat in den 23 Jahre nie den Kopf
verloren, war gleichbleibend freundlich und entgegenkommend. In vielen problematischen
Situationen hat sie Leuninger beraten und moralische gestützt.
Nach acht Jahren
Sprechertätigkeit hat Leuninger die Aufgabe eines Europareferenten übernommen. Dazu
gehört mittlerweile die Zusammenarbeit mit dem Europäischen Flüchtlingsrat mit Sitz in
London. Konferenzen und Reisen zwischen Brüssel und Genf, zwischen London und Tuzla
sind vorzubereiten, Telefonate und Schriftverkehr aus den verschiedensten Ländern
Europas ist zu bearbeiten. Auch das hat Ritat Leder fraglos übernommen.
Sie sagt von sich:
Es sei in diesem Büro nie langweilig gewesen. Die 23 Jahre ihrer Dienstzeit bezeichnet sie
als sehr interessant und menschenbezogen. Die Einblicke in menschliche Schicksale sei
bisweilen sehr schwer gewesen. Die Freude an den Begegnungen und Kontakten habe aber
überwogen.Leuninger bezeichnet die Zusammenarbeit mit Rita Leder als geglückt und äußerst
wertvoll.
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